Klinische Hypnose

Was Hypnose NICHT ist…

Missverständnisse und Ängste im Zusammenhang mit Hypnose haben ihre Ursache meist in Hollywood-Filmen oder sind durch Hypnose-Shows entstanden.
Klinische Hypnose hat damit jedoch nichts zu tun. Vielmehr ist sie eine sehr wirksame Methode, um positive Veränderungen in Coaching und Therapie zu ermöglichen, die sonst sehr viel länger dauern würden oder gar nicht möglich wären.

Im Folgenden möchten wir die gängigsten Vorurteile gegen Hypnose entkräften:

  • In Hypnose ist man nicht willenlos
    Eine Hypnose oder gar Beeinflussung gegen den Willen ist also nicht möglich. Ihre Willenskraft wird durch Hypnose in keiner Weise außer Kraft gesetzt.
  • Sie verraten keine Geheimnisse und machen sich nicht lächerlich
    Sie tun nichts, was Sie nicht wollen. Ihr Denken funktioniert einwandfrei und Sie bekommen alles mit.
  • Sie können die Hypnose jederzeit selbst beenden
    Sie behalten in Hypnose die Kontrolle und können den Zustand selbstständig auflösen, wann immer Sie wollen. Niemand bleibt in Hypnose “stecken” und kommt nicht mehr zurück. Das ist (wenn überhaupt) ein Mythos.
  • Hypnose hat nichts mit Zauberei zu tun
    Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand, der schon sehr lange bekannt und wissenschaftlich gut erforscht ist.
  • Hypnose ist nicht gefährlich
    Bei mentalcampus wird Hypnose nur von Fachleuten durchgeführt. Klinische Hypnose ist aber ohnehin nicht gefährlich. Ganz im Gegenteil: Als Nebeneffekt werden durch Hypnose die Selbstheilungskräfte und die seelische Balance gestärkt. Insoweit gleicht sie der Meditation.

  • Hypnose fühlt sich angenehm und entspannt an
    Hypnose kann bewusst oder unbewusst wahrgenommen werden. Manche Menschen spüren eine sehr tiefe Entspannung, andere merken so gut wie nichts davon.
  • Hypnose (Trance) ist ein natürlicher Zustand – sehr wahrscheinlich waren Sie heute schon drin
    Der Mensch geht nach neueren Erkenntnissen viele Male täglich für Sekunden in Hypnose oder “Trance”, wie wir den Zustand der Hypnose auch nennen.

Hypnose und ihre Möglichkeiten

“Es gibt viele Dinge, die ich weiß, ohne es zu wissen.”
Milton H. Erickson (Amerikanischer Arzt und Begründer der modernen Hypnotherapie)

Eine Definition

Das US-Department of Education liefert eine sehr griffige und nach unserer praktischen Erfahrung zutreffende Erklärung des Begriffs Hypnose:

“Hypnosis is the bypass of the critical faculty of the conscious mind and the establishment of acceptable selective thinking.”
(Diese Definition ist eine Abwandlung der Definition des berühmten Hypnotherapeuten Dave Elman, Hypnotherapy, 1964: 26)

Eine sinngemäße Übersetzung könnte lauten:
Hypnose umgeht den kritischen Teil des Bewusstseins und ermöglicht [in unserem Unbewussten] für uns akzeptable Änderungen im Denken.

Hierbei ist bemerkenswert, dass der kritische Teil des Bewusstseins die Aufgabe hat, eingehende Informationen mit bereits vorhandenen z.T. tief verankerten Glaubenssätzen und Gewohnheiten zu vergleichen und zu verhindern, dass neue Informationen ins Unbewusste (bzw. Vorbewusste) gelangen, wenn sie nicht mit den bereits vorhandenen Informationen übereinstimmen.

Erweiterung der Aufmerksamkeit

Die positive Veränderung geschieht also im Kern schlicht dadurch, dass der Hypnotiseur die Aufmerksamkeit des Klienten auf vorhandene (dem Klienten aber durch Gewohnheitsdenken oft verborgene) Möglichkeiten richtet, anstatt weiterhin in den alten (häufig problematischen) Bahnen zu denken.

Möglichkeit der positiven Veränderung von Gewohnheiten und Eigenschaften

Selbst dann, wenn wir etwas mit dem Bewusstsein einsehen, verhindert der kritische Teil des Bewusstseins häufig, dass wir auch nach dieser Einsicht handeln. Jeder kennt dieses Phänomen: Wir wissen z.B. sehr genau, dass Rauchen sehr schädlich ist und wir wahrscheinlich krank davon werden. Dennoch handeln wir nicht nach dieser Einsicht. Das gelingt nämlich nur dann, wenn Veränderungen im Unbewussten stattgefunden haben.

Genau das ist der Grund warum es uns -ohne das Mittel der Hypnose– so schwer fällt, Gewohnheiten und Glaubenssätze über Bord zu werfen oder zu verändern.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der häufig durch die Erfahrungen in der Schule tief verankerte (häufig unbewusste) Satz: “Ich habe keine Lust zu lernen. Lernen macht keinen Spaß.”
Dieser Satz funktioniert so “gut”, dass er selbst dann wirkt, wenn wir das Lernen bewusst interessant finden. Und: Er wirkt sich auch auf andere “Pflichtaufgaben” wie z.B. die tägliche Arbeit aus. Denn der kritische Teil des Bewusstseins lässt positive Empfindungen in Bezug auf diese Aufgaben nicht oder nur begrenzt ins Unbewusste. Lust und Unlust werden aber gerade dort erzeugt.

Das Unbewusste spielt also einfach nicht mit und wir sind dann wieder froh, wenn es vorbei ist.
Mit reiner Willenskraft ist diesem Problem kaum beizukommen, da sich die entscheidenden Prozesse unbewusst abspielen.

Hier ist nun die klinische Hypnose ein sehr effektives und effizientes Mittel. Effektiv, weil sie häufig tiefgreifende Veränderungen ermöglicht. Effizient, weil sie im Vergleich zu vielen anderen Methoden eine sehr schnelle Wirksamkeit zeigt. (Häufig genügen 2-6 Sitzungen für die Bearbeitung eines Themas).

Aktivierung von verborgenen Fähigkeiten und Potentialen

Umgekehrt ermöglicht die Umgehung des kritischen Teils aber auch Zugang zu Fähigkeiten und Fertigkeiten, die bereits im Unbewussten vorhanden sind, zu denen uns der Zugang aber durch gedankliche oder psychische Blockaden verstellt ist.

Mit den Mitteln der Hypnose gelingt es also häufig, tief verankerte Glaubenssätze und Gewohnheiten positiv zu verändern und vorhandene Ressourcen zu aktivieren und zu verstärken.

Hier ein Beitrag bei Spiegel TV: hier klicken!